Berufskrankheiten-Todesfälle

MedDir a. D. Dr. Müsch

Autor des Fachmagazins "Arbeit und Arbeitsrecht" bis 2022

Chefredakteure Volker HASSEL
und ab 2020 Andreas KRABEL

Aktuelles zur amtlichen Berufskrankheitenstatistik 2021 - 2022 (Quelle: BMAS-Jahresberichte)

Anerkannte Fälle: N = 126.213 (345 p. d.) - 201.723 (552 p. d.)
Todesfälle:           N =    2.559 ( 7,0 p. d.) - 2.164 ( 5,9 p. d.)

Bei der Berufskrankheit Nr. 31 01 Anlage 1 BKV (Infektions-krankheiten wie COVID-19 etc. im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege etc.) gab es 2021
N = 102.322 (280 p. d.!!!) anerkannte Fälle (N = 89 Todesfälle)
und 2022
N = 181.496 (497 p. d.!!!) anerkannte
Fälle (N = 52 Todesfälle)

Literaturempfehlungen

Seit d. J. 2008 alljährliche Auseinandersetzung in AuA mit

Berufskrankheiten-Todesfalldaten aus dem amtlichen Jahresbericht

DIE GESETZLICHE UNFALLVERSICHERUNG IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND im Jahre 2019 und 2020

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Hrsg.

Statistischer und finanzieller Bericht – Grafischer Bereich des BMAS, Bonn 2021 und 2022

Müsch, Franz H.

Kommentare zu den Berufskrankheiten (BK)-Todesfällen 2019 und 2020

BK-Präventionsprobleme unseres "Dualen Arbeitsschutzsystems"

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 42-45, 8/2022

Wer sind die Herren des Verfahrens?

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 36-39, 7/2021

Weitere AuA-Literaturhinweise s. u.!

Sozialpolitischer Hintergrund

Seit 2005 sterben tagtäglich circa 7  Berufskrankheiten-Opfer – vor allem an Berufskrebs, der arbeitsbedingten Todesursache Nr. 1.

1 Sozialpolitisch gesehen zeigt sich dabei eine bedenkliche Entwicklung derart, daß die Anzahl der BK-Todesfälle im Vergleich zu den Todes-fällen durch Arbeits- und Wegeunfälle i.  J.  2017  um den Faktor 3 höher lagen: "Grafik - Arbeitsbedingte Todesfälle im Vergleich" (Müsch 2019/s. u.).

2   Besonders irritierend für Aussenstehende erscheint ferner die Tatsache, daß insgesamt 50 BKV-Entitäten mit einer Vielzahl zugrundeliegender Krankheitsbilder und deren durchaus bekannten Verursachungsmöglichkeiten (alle Berufskrankheiten sind selbstverständlch präventabel!) amtlich dokumentiert, d. h. tatsächlich bekannt (!) sind: "Übersicht - Berufskrankheiten-Todesfälle in den Jahren 2011 bis 2017" (Müsch 2019/s. u. ). 

Weder die ehemaligen BK-Bundesminister Scholz (SPD) und Dr. med. (!) von der Leyen (CDU) als weiterhin politisch gefragte Persönlichkeiten noch der amtierende BK-Bundesminister Heil (SPD) haben bislang zu diesen Sachverhalten eine konkrete Stellungnahme abgegeben. Auch zu einer Trauerbekundung hat es selbst seitens des DGB z. B. anläßlich einer "1. Mai"-Veranstaltung bislang noch keinmal gereicht!

Übersicht: Berufskrankheiten-Todesfälle 2011 bis 2017

Die Datenflut dieser Tabelle sollte sich dem geneigeten Leser weitesgehend zwanglos erschließen, denn weiter-gehende  Erklärungen z. B. zum BK-Kausalnexus zwischen den Tatbestandsmerkmalen "Einwirkung" und "Krankheit" sind auch dem zugrundeliegenden amtlichen Jahresbericht der Bundesregierung nicht zu entnehmen.

Grafik: Arbeitsbedingte Todesfälle im Vergleich

Berufskrankheiten:
Arbeitsbedingte Todesursache Nr. 1

Diese Grafik belegt eindeutig die Tatsache, daß die Gesetzlichen Unfallversicherungsträger (z. B. sog. "Berufsgenossenschaften") durchaus erfolgreiche Unfallprävention betreiben, aber seit Jahren gleichzeitig als BK-Versicherungträger versagen. Aufgrund unseres "Dualen Arbeitsschutzsystems" trifft der Vorwurf selbstverständlich auch die "Staatliche Gewerbeaufsicht" der Bundesländer. Auf Regierungsebene liegt die Verantwortung für die "Prävention nach dem SGB VII" beim Bundesarbeitsministerium (Arbeits-schutz/Arbeitsrecht-Abteilung III / IIIb1).

Berufskrankheiten Todesfälle: AuA-Literaturempfehlungen

Müsch, Franz H.

Mortalitätsdaten - Berufskrankheiten-Todesfälle auf Rekordniveau

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 356-357, 2008

Wie entwickeln sich Berufskrankheiten-Todesfallzahlen?

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 59-60, 2009

Wieviele Berufskrankheiten-Todesfälle gibt es täglich?

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 124, 2/10

Nehmen Berufskrankheiten-Todesfälle weiter zu?

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 123-124, 2/11

Berufskrankheiten-Todesfallzahlen – Aktuelle Werte

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 234-2354. 2012

Berufskrankheiten-Todesfallzahlen – Frieden bewahren

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 362-3646, 2013

Berufskrankheiten-Todesfallzahlen – Bilanz einer Ministerin

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 353-355, 6/14

Berufskrankheiten-Todesfallzahlen – Mit Toten gewinnt man keine Wahlen

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 353-355, 2015

Berufskrankheiten-Todesfallzahlen – Keine robuste Trendwende

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 283-285, 2016

Berufskrankheiten-Todesfallzahlen – Jeder einzelne Fall ist ein Toter zu viel

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 424-42, 62017

Berufskrankheiten-Todesfallzahlen – Anhaltendes Hochplateau seit 2005

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA ), 530-533, 2018

Berufskrankheiten-Todesfälle – Gewerkschaftliches Selbstverwaltungs-Desaster

Arbeit und Arbeitsrecht (AuA), 348-351, 2019
Grafik und Tabelle siehe oben!

"Udo Steiner, Juraprofessor (em.) und Richter a. D. im 1. Senat (Sozialrecht) des BVerfG, sowie Giovanni Maio, Medizinethik-Professor (Universität Freiburg), verdanken wir, dass ein aktueller Diskurs zum Thema
„Lebensprobleme“ angestoßen wurde, allerdings leider ohne dass auf Berufskrankheiten(BK)-Opfer
exemplarisch eingegangen worden wäre."

“An Ihrem Beitrag gefallen mir nicht zuletzt die – zu Recht – kritischen Schlussbetrachtungen.”

– Kommentar aus der Schweiz

Weitere Literaturempfehlungen

Müsch, Franz H.

Berufskrankheiten-Todesfälle

Arbeitsmed Umweltmed Sozialmed (ASU), 548-550, 2015

Tabu mit Todesfolge

Die GesundheitsWirtschaft, 20-21, 5/2012

Berufskrankheiten: arbeitsbedingte Todesursache Nummer eins

die BG, 02.11, 57-60